Wer sich vegan ernährt, stellt sich oft die Frage: Wie kann ich sicherstellen, dass mein Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist? Eine Möglichkeit, den eigenen Nährstoffstatus zu überprüfen, sind Bluttests. Doch nicht alle Blutwerte liefern sinnvolle Ergebnisse. In diesem Beitrag möchte ich auf die wichtigen Blutwerte eingehen, die besonders bei einer pflanzlichen Ernährung relevant sind, und erklären, welche Werte sinnvoll sind, in einem Blutbild festzustellen.
Welche Blutwerte sind besonders wichtig?
Bei einer veganen Ernährung gibt es einige Nährstoffe, die besonders im Fokus stehen, da sie entweder schwerer aus pflanzlichen Quellen aufgenommen werden oder in einigen Fällen gar nicht vorkommen. Zu den wichtigen Blutwerten gehören:
- Vitamin B12: Dieses Vitamin ist in einer rein pflanzlichen Ernährung kaum vorhanden. Ein Mangel kann sich langsam entwickeln und zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen.
- Vitamin D: Besonders in den Wintermonaten ist der Vitamin D-Spiegel oft zu niedrig, da wir es vorwiegend über Sonnenlicht synthetisieren.
- Jod: Jod kommt hauptsächlich in Meeresalgen und jodiertem Salz vor.
- Omega-3-Fettsäuren: Diese Fettsäuren sind für viele Körperfunktionen wichtig, insbesondere für die Hormonproduktion und die richtige Funktion von Herz und Gehirn.
- Eisen: Eisenmangel kann bei veganer Ernährung vorkommen, da pflanzliche Eisenquellen (Haferflocken, Kürbiskerne, Sesam, usw.) schlechter aufgenommen werden. Frauen haben außerdem einen erhöhten Bedarf durch die Periode.
- Selen: Selen ist in Böden unterschiedlich konzentriert. Gerade in Europa ist der Selengehalt in Böden und somit auch in pflanzlichen Lebensmitteln oft gering. Selen hat positive Auswirkungen auf die Schilddrüse, die Fruchtbarkeit und bringt entzündungs-hemmende Effekte mit sich.
- Vitamin B2 (Riboflavin): Dieses Vitamin ist in grünen Gemüsen und Hülsenfrüchten enthalten, jedoch nicht immer in ausreichenden Mengen. Ein Mangel zeigt sich in Form von Hautproblemen und Müdigkeit.
- Kalzium: Kalzium ist wichtig für die Knochengesundheit und kommt vor allem in Sesam, Brennnessel und Chiasamen vor.
- Lysin: Diese essenzielle Aminosäure kommt in Erdnüssen, Erbsen, Sonnenblumenkernen vor und ist ein wichtiger Baustein für unsere Muskulatur.
- Folsäure: Eine wesentliche Funktion übernimmt Folsäure im Aminosäurestoffwechsel und kommt vor allem in Sojabohnen und Blatt- und Kohlgemüse vor.
Was macht Sinn in einem Blutbild festzustellen?
Nicht alle wichtigen Blutwerte sind in einem Blutbild sinnvoll zu messen. Während Vitamin B12, D, Eisen und Jod im Blut gut festgestellt werden können, sind Kalziumwerte oft irreführend, da der Körper versucht, die Blutwerte auf Kosten der Knochengesundheit stabil zu halten. Auch Werte wie Omega-3-Fettsäuren oder Selen können je nach Ernährungsweise schwanken, aber ein Bluttest liefert hier nützliche Informationen, wenn du dir unsicher bist.
Schwankungen in den Ergebnissen
Es ist wichtig zu beachten, dass Blutwerte Schwankungen unterliegen können, die von vielen Faktoren beeinflusst werden – von der Tageszeit bis hin zu aktuellen Stressleveln oder Infektionen. Deshalb sollte bei Blut-Tests möglich unter den gleichen Umständen zur gleichen Tageszeit gemessen werden. Wenn einzelne Werte extrem herausstechen, kann eine zweite Messung bzw. die Messung weiterer Werte, wenn diese sich gegenseitig beeinflussen können, sinnvoll sein.
Welche Werte machen Sinn und welche nicht?
Nicht alle Blutwerte können verlässlich über ein Blutbild bestimmt werden, da der Körper auch über so manche Möglichkeit verfügt, bestimmte Werte im Blut in der Norm zu halten.
Unter DIESEM LINK findest du die Liste mit allen wichtigen Informationen zu den obigen Blutwerten. Du kannst sie herunterladen, kopieren oder ausdrucken, wenn du das möchtest.
Und was ist mit dem Rest?
Nicht alle Blutwerte lassen sich verlässlich in einem Bluttest bestimmen. Kalzium zum Beispiel kann bei zu geringer Aufnahme aus den Knochen gelöst werden, um den Wert im Blut stabil zu halten, während die Knochen immer instabiler werden.
Besonders bei den Nährstoffen, die nicht verlässlich über Blutwerte bestimmt werden können, ist es wichtig, sie über die Ernährung oder Ergänzungsmittel in ausreichender Menge zuzuführen, um einen Mangel mit eventuell negativen Begleiterscheinungen zu vermeiden.
Fazit
Das Ziel sollte sein, möglichst viele Nährstoffe über eine ausgewogene Ernährung abzudecken. Durch eine clevere Lebensmittelauswahl, die reich an Hülsenfrüchten, grünem Gemüse, Nüssen und Samen ist, lässt sich der Bedarf an den meisten Vitaminen und Mineralstoffen gut decken. Für bestimmte wichtige Blutwerte, wie Vitamin B12, Vitamin D und Omega-3, kann eine Supplementierung sinnvoll sein.